Die ersten Einnahmen mit dem Blog – Gewerbeanmeldung und Finanzamt

Die ersten Einnahmen mit dem Blog – Gewerbeanmeldung und Finanzamt

Wenn du dich entschieden hast, Geld mit deinem Blog zu verdienen, musst du ein Gewerbe anmelden. Dies ist notwendig, da du sobald du etwas unternimmst um damit gezielt Gewinn zu erzielen, Gewerbetreibender bist. Und dies musst du beim Gewerbeamt sowie Finanzamt anmelden. Am Ende des Jahres musst du dann eine Steuererklärung, eine Gewerbesteuererklärung und ggf. eine Umsatzsteuererklärung abgeben.

Das klingt alles erst einmal ziemlich abschreckend. Doch es ist viel einfacher als es sich anhört.

Dein “Gewerbe” beim Gewerbeamt anmelden

Ein Gewerbe anmelden ist eigentlich sehr simpel. Zunächst erkundigst du dich, wo das Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde ist. In der Regel ist dies auch dort wo die Stadtverwaltung oder Gemeindeverwaltung ist. Wenn du dir nicht sicher bist, einfach dort anrufen und nach dem Gewerbeamt fragen. In den meisten Städten und Gemeinden erreichst du übrigens das zuständige Bürgeramt unter der Telefonnummer 115. Dort erhältst du ebenfalls Auskunft über dein Anliegen.

Du gehst nun also auf das Gewerbeamt. Dort musst du nur ein Formular ausfüllen. Dies ist recht schnell erledigt, da du mit einem Online-Business keine Erlaubnis von irgendwelchen Behörden brauchst (wie zum Beispiel ein Gastronom). Auch sonst musst du nichts besonderes beachten. Normal liegt das Formular offen herum. Wenn du dir also zutraust es selbst auszufüllen, nur zu. Wenn nicht, füllst du es zusammen mit einem Mitarbeiter aus. Die Anmeldung kostet dann noch zwischen 10 und 40 Euro, je nach Stadt und Gemeinde. Danach hast du bereits dein Gewerbe und kannst loslegen mit dem Geld verdienen.

Finanzamt

Ein paar Wochen später wirst du außerdem noch Post vom Finanzamt bekommen. In dem Schreiben wird ein weiteres Formular beiliegen, welches du ebenfalls ausfüllen musst und an das Finanzamt zurückschicken musst.

Das Finanzamt will vor allem wissen, wie viel Umsatz du mit im laufenden und folgenden Jahr voraussichtlich erzielen wirst. Hier musst du etwas ganz wichtiges beachten. Die Schätzung deines voraussichtlichen Umsatzes, die du auf dem Formular einträgst, dient als Grundlage für eine eventuelle Einkommensteuervorauszahlung. Sei hier also nicht optimistisch sondern realitisch, sonst bekommst du direkt einen Vorauszahlungsbescheid.

Bist du dir beim Ausfüllen unsicher, kannst du, wie bei der Gewerbeanmeldung, einfach vor Ort oder per Telefon beim Finanzamt nachfragen.

Kleinunternehmerregelung

Beim Ausfüllen des Formulars für das Finanzamt, wirst du auch gefragt, ob du die “Kleinunternehmerregelung” in Anspruch nehmen willst.

Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von der Umsatzsteuer. Dies hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vorteile:

  • Du musst erstmal keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben und auch keine Umsatzsteuererklärung am Ende des Jahres. Somit fällt schon Mal viel Bürokratie weg.
  • Wenn du eigene Produkte über deine Website verkaufst (an Privatpersonen), kannst du deine Produkte billiger anbieten und hast somit einen Wettbewerbsvorteil. Als Beispiel: du möchtet für dein E-Book einen Gewinn von 25 Euro pro Stück erzielen. Bist du Umsatzsteuerpflichtig, musst du zu den 25 Euro noch 19% Umsatzsteuer (4,75 Euro) berechnen. Der Kunde muss also einen Bruttopreis von 29,75 Euro bezahlen.
    Nimmst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, fällt die Berechnung der Umsatzsteuer weg und dein Bruttopreis ist gleich dein Nettopreis (= Gewinn). Du kannst ein E-Book also für 25 Euro anbieten und somit eventuell mehr Kunden durch den niedrigeren Preis gewinnen oder du verlangst trotzdem 29,75 Euro, hast aber am Schluss 19% mehr Gewinn, da du ja keine Umsatzsteuer berechnen musst (und darfst!).

Nachteile:

  • Der Nachteil ist, dass du nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt bist. Was bedeutet das? Wenn du eine Dienstleistung oder ein Produkt kaufst, welches du für dein Online-Business benötigst, zahlst du dafür in der Regel auch Umsatzsteuer. Ausgaben kannst du von der Steuer absetzen. Damit wird automatisch die gezahlte Umsatzsteuer zur Vorsteuer. Das heißt, du bekommst die gezahlte Umsatzsteuer vom Staat zurück, bzw. wird mit der Umsatzsteuer aus deinen Einnahmen verrechnet.
    Ein Beispiel: du zahlst für deinen Server und deine Internetadresse 75 Euro im Jahr. In den 75 Euro sind 19% Umsatzsteuer enthalten (ca. 12 Euro). Bist du Umsatzsteuerpflichtig (heißt du verzichtest auf die Kleinunternehmerregelung), kannst du die 12 Euro Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen und bezahlst dann effektiv nur 63 Euro.

Vor- und Nachteile Abwägen

Du musst also selbst die Vor- und Nachteile für dich abwiegen und entscheiden ob du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst oder nicht. Ich würde dir allerdings für den Anfang empfehlen, sie in Anspruch zu nehmen, da du wahrscheinlich erstens sowie noch nicht genug Ausgaben hast bei denen sich ein Vorsteuerabzug lohnt und zweitens du wahrscheinlich auch wenig Ahnung von der Bürokratie hast (und bei geringen Einnahmen zu Beginn lohnt ein Steuerberater dafür nicht).

Du kannst dich übrigens zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit von der Kleinunternehmerregelung befreien lassen und Umsatzsteuerpflichtig werden. Doch Achtung: willst du Umsatzsteuerpflichtig werden, bist du für fünf Jahre an diese Entscheidung gebunden.

Die Kleinunternehmerregelung kann allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen in Anspruch genommen werden:

  • im Jahr der Gewerbeanmeldung hast du voraussichtlich einen Umsatz von nicht mehr als 17.500 Euro.

Für die Folgejahre gilt:

  • im vorangegangenen Jahr darf dein Umsatz 17.500 Euro nicht überstiegen haben und
  • im laufenden Kalenderjahr darf dein Umsatz voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen.

Die Umsatzgrenze von 17.500 Euro bezieht sich immer auf ein ganzes Jahr. Wenn du also mitten im Jahr dein Gewerbe anmeldest, musst deinen voraussichtlichen Umsatz auf zwölf Monate hochrechnen.

Steuererklärung

Jetzt wo du dein Gewerbe angemeldet hast, musst du von nun an alle Belege sammeln, um diese dann am Ende des Jahres in einer sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Das klingt wie immer komplizierter als es ist. Gemeint ist einfach, dass du alle Belege für Ausgaben und Einnahmen aufheben musst. Das sind folgende:

  • Rechnungen für deine Ausgaben (zum Beispiel die Rechnung deines Webhosters für die Server- und Domaingebühren)
  • deine eigenen Rechnungen die du Kunden gestellt hast (zum Beispiel wenn diese ein Produkt von dir gekauft haben)
  • Gutschriften für ausgezahlte Gewinne (zum Beispiel von Affiliate-Dienstleistern die dich am Umsatz für Affilate-Links beteiligen)

Du darfst natürlich keine Einnahmen verheimlichen oder unterschlagen. Dies ist Steuerhinterziehung. Umgekehrt darfst du aber nur Ausgaben geltend machen, von denen du auch den Beleg aufgehoben hast.


 

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